Dämmung der obersten Geschossdecke

Hintergrund

Da warme Luft nach oben steigt, ist die Wärmedämmung der oberen Bauteile eines Gebäudes von besonders hoher Relevanz. Viele ältere Gebäude weisen jedoch noch immer ungedämmt Dächer auf, was zu hohen Wärmeverlusten und Heizkosten führt. Aus diesem Grund müssen bei Gebäuden mit einem ungeheizten Dachstuhl und fehlender Dachdämmung, die Decke zum Dachraum gedämmt sein. Diese Regelung gilt bei v ermieteten Gebäuden immer und bei selbstgenutzten Gebäuden erst, wenn diese nach 2ß2 bezogen wurden (vgl. §35 GmodG).

Umsetzung

Die Wahl der richtigen Dämmung

Das Gesetz schreibt einen bestimmten „Dämmwert“ vor, welche die Geschossdecke nach der Maßnahme erreicht haben muss (U-Wert min. 0,24 W/(m²K)). Dieser Wert setzt sich zusammen aus den Dämmleistungen der einzelnen Bestandteile der Decke und kann durch den ausführenden Handwerksbetrieb berechnet werden. Planst du selbst die Baumaßnahme durchzuführen, kann die Wahl einer geeigneten Dämmung zur Erreichung des U-Werts durch online Portale wie ubakus bestimmt werden.

Bei Holzbalkendecken wird die Dämmung zumeist als breite Streifen zwischen die Balken geklemmt. Bei Betondecken wird die Dämmung hingegen obenauf gelegt wird. Hier ist darauf zu achten, dass die Dämmung druckfest ist, damit sie nicht durch das Darüberlaufen zusammendrückt wird und ihre Dämmleistung verlieren kann. Aufgrund dieser Eigenschaft ist dieses Material etwas teurer.

Material

Welche Dämmung die richtige ist, hängt davon ab, was sie leisten soll. Neben konventionellen Produkten aus Glaswolle oder Steinwolle gibt es inzwischen viele Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen, etwa Holzfaser aus Resthölzern der Sägeindustrie, Hanf, Flachs oder Jute. Dazu kommen Dämmstoffe aus Recyclingmaterial wie alten Textilien oder Altpapier.

Wer zu Naturdämmstoffen greift, sollte trotzdem genau hinschauen, weil die Verpackung oft mehr verspricht als drinsteckt. Viele Produkte enthalten Zusätze, zum Beispiel Kunststofffasern, damit sie sich gut zwischen die Balken klemmen lassen. Diese Materialmischung macht es schwieriger, die Dämmung in der Zukunft wieder sauber in den Kreislauf zurückzuführen.

Aufwand und Kosten

Glücklicherweise ist das nachträgliche Dämmen dieses Bauteils zumeist vergleichsweise einfach und somit kostengünstig, da der Einbaubereich der Dämmung vom Dachboden zumeist gut zugänglich ist. Das ist auch daran zu erkennen, dass es keine vergleichbaren Vorschriften für andere Bauteile wie Dächer oder Keller gibt. In vielen Fällen ist es möglich, dass die Maßnahme auch durch handwerklich erfahrene Eigentümer:innen selbstständig durchgeführt wird.

Förderung

Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der Dämmleistung eines Gebäudes werden häufig und durch viele unterschiedliche Akteure gefördert. Einen guten Überblick vermittelt das „Förder-Navi“ von NRW.Energy4Klimate. In Eigenleistung erbrachte Umbauleistungen werden in der Regel nicht gefördert.

Stand: Oktober 2026